Hier mal wieder einige Gedanken, die ursprünglich von einem einzigen Wort ausgingen, das ich zur Erklärung suchte.
Farben in uns

Diese ganz seltsame Stimmung. Die Farbe in der Hand zu haben, mit der ich die Dinge malen kann, die ich immer schon wollte. Trägt ein Mensch Bilder im Herzen, können sie noch so sinnvoll sein, wenn er die Farben nicht hat, um zu malen, sie Wirklichkeit werden zu lassen, bleiben sie Gedanken. Wenn die Seele schimmert, wenn tausend kleine Emotionen auf mir, wie auf einer Harfe spielen, dann bin ich so voll von Farbe, dass meine Bilder die Welt verändern können. Dann kann ich mit Worten, Mimen, Zeichen, Bilder malen, die auch in die verirrtesten Ecken fallen. Emotionelle Farbe ist menschlich und Menschlichkeit versteht der Mensch auch, wenn er anders denkt. Die blanke Aussage ist wie ein grafisches Profil, schwarz weiß mit viel Raum für Interpretation für Farben. Wenn ein Bild bunt und harmonisch ist, dann spricht es nicht nur, es wirkt. Es wirkt und strahlt auf alle Tiefen durch in Ecken, in denen vielleicht noch nie ein Funken gefallen ist. Das ist vielleicht etwas dick aufgetragen, mit Kreide gemalt quasi, aber es entspricht dem Gedanken, dass Menschen, die andere Menschen erreichen wollen, nie zu abstrakt werden dürfen. Und fragt man sich womit man die Linien und Flächen abstrakter Ideen ausmalen soll, dann gibt es nur eine Antwort. Mit Menschlichkeit. Die steht jedem zur Verfügung und jeder kann sie sehen.
Egal, das ist ein Wort, dass Ablehnung bedeutet, nein mehr und auch weniger als das. Es bedeutet, das man nichtmal mehr Stellung nimmt außer der Stellungnahme des Desinteresses. Natürlich, das kann auch gespielt sein, wenn die Erwartungen andere sind. Eigentlich aber meint man damit, dass Regungen, Handlungen und sonstige aufgewendeten Energien, das Ziel einfach nicht rechtfertigen.
"Es ist mir egal!". Das sagt man, wenn man meint das mögliche Ergebnis, den mehr oder minder fassbaren Gewinn abschätzen zu können, aber nichts Einen dazu bewegen könnte, ausgerechnet dafür einzutreten. Nun soweit so gut, aber es gibt eine Haltung die scheinbar wichtiger wird in unserer Welt. Die Enthaltung von Aufmerksamkeit und zwar demonstrativ. Also ein zur Schau stellen der Egalität, es ist mir gleich ... weißt du!? es ist mir gleich! mal offen, mal verborgen, mal versucht man ersnthaft den Anschein von Egalität in der Anschauung zu spielen und mal wie vor allem zwischen Mann und Frau, ganz offen: "Ich kann und ich werde Egalität zur Schau stellen!"
Die Macht der Aufmerksamkeit. In einer Mediengeprägten Welt ein echter Einfluss im menschlichen miteinander. Er weiß, sie weiß, aber es gibt keinen guten Grund, dass Spiel von Katz und Maus, freilich oft mit wechselnden Rollen, zu unterbrechen. Ein Flirt, ein interessanter Flirt. Ein geradezu intensives Nicht an Kommunikation. Zumindest ... solange beide dieses Spiel, wollen und betreiben und vor allem solange beide von diesem Spiel wissen.
Aufmerksamkeit das ist eine Ware. Die allerorts feilgeboten und angefragt wird. Die Internetgeneration scheint geradezu die Regelmäßigkeit, gegenseitige Abhängigkeit von einzelnen Individuen wie einen Typus angestaubten Tauschhandels, gegen Börsenplätze eintauschen zu wollen. Ein universelles, rauschendes sehen und gesehen werden und zwar von Massen, die der Einzelne gar nicht kennt, quer durch alle Schichten, quer durch die Altersstrukturen und unabhängig davon, ob man ein VIP ist oder nicht. VIP so oder so geradezu der Inbegriff einer Gesellschaft die noch an Individuen festhielt. So weit so gut.
Nun eine abgedroschene Frage, was hat die Finanzkrise ausgelöst? Risikogeschäfte? Gier? Undurchsichtigkeit? trügerische Sicherheit?, sicherlich Begriffe die den Kern der Sache beschreiben, aber hier will ich einen sehr modernen Aspekt erwähnen, der etwas anders gelagert ist und gleichzeitig mit allen zusammenhängt. Distanz.
Distanz in jeder Form, sie hat mit der Bodenlosigkeit der Investoren, mit ihrer Bezuglosigkeit zu den Konsequenzen zu tun, aber auch immer mehr mit der allgemeinen Kommunikation. Abstraktion schafft Distanz von Details. Raum schafft eben räumliche Distanz. Kategorisierung schafft Distanz im Bezug. Distanz, das ist ein ungewohnter Begriff in einer Welt die immer kleiner zu werden scheint. Aber täuschen sie sich nicht. Nähe. Das Gegenteil von Distanz, steckt da nicht mehr drin als ziemlich geringe Entfernung? Die Welt wird kleiner, aber rücken die Ausschnitte die wir sehen näher an uns herran? Kann die permanente, ja geradezu lückenlose Aufmerksamkeit auf einen willkürlich bestimmten Punkt Nähe schaffen? Ich vage mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster wenn ich, meine eigene Frage mit Nein beantworte.
Nun was machts? Nix erstmal. Es gibt ja noch eine andere Aufmerksamkeit, nämlich die, wenn die beiden Partner wissen, dass sie wissen, wenn sie synchron sind und, dass auch feststellen können. Ich sehe, dass du weißt, dass ich will und ich sehe, dass du auch willst. Herrlich! Die eigenen Gedanken werden unter der Spannung der Zwischenmenschlichkeit real wie Strom, den man fühlen kann. Aber. horchen sie auf ihre vernunft! horchen sie auf ihren Instinkt, ihr Gefühl. Ist es das, was passiert, wenn sie jemandem im Internet begegnen? Sie sehen sein Gesicht nicht, sie können ihn nicht hören, naja zumeißt. Sie siehen keine seiner fließenden Bewegungen, sie können ihn nicht riechen und anfassen, nun das können sie natürlich auch nicht. Wie um alles in der Welt soll Ihnen das Internet das Gefühl von Nähe vermitteln, wenn alle wichtigen Sensoren still bleiben? Das Internet ist sicherlich keine tote Zone. Im Gegenteil. Aber begehen Sie nicht den Irrtum, mehr im Netz zu sehen, als da ist. Es birgt, Fallen für alle, die Daten mehr trauen als Informationen und die auf Information mehr geben als Bedeutung.
Bleiben sie dem Ganzen, bleiben sie dem Leben treu!

