Veröffentlicht am 10.10.11 Geschrieben von Patrick Ulm
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Den Kampf für Frieden kämpft jeder einmal selbst und sei dir gewiss, du kämpfst ihn auch und wirst ihn kämpfen. Gegen Intoleranz kämpft jeder täglich an. Wenn ein anderer dir begegnet, kämpft jeder diesen Kampf gegen sich und gegen den, der innerlich sich selbst bekämpft. Jeder Mensch ist tolerant und jeder intolerant. Keiner darf auf ewig sich auf einen dieser Stühle setzen. Ja mehr noch als du ein Intoleranter bist, hast du sie nötig die Intoleranz und wirst dir nicht erlauben anderer Unmoral zu tolerieren. Doch wann dies grenzen, abgrenzen angemessen und wann nicht angemessen ist, das bekommt ein jeder angelernt und nicht mit in die Wiege. Das Leben lehrt, die Menschen lehren und du musst auch noch fassen und verstehen, so wird ein jeder tolerieren und nicht tolerieren, was er lernt, versteht und fasst. So lass es denn in künftigen Zeiten etwas mehr vom einen und weniger vom anderen sein.

Kategorie: Mensch und Umwelt
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Veröffentlicht am 14.08.11 Geschrieben von Patrick Ulm
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Einen Tag mit Freunden unterwegs. Und es steht die Frage im Raum "Was ist eigentlich der Zauber Berlins?" Ich laufe durch Berlin und stelle in erster Linie die Unterschiede zu Halle fest.

NOCH anonymer: kaum jemand hat wache Augen, die nach Begegnungen mit Bekannten Ausschau halten. 

BELIEBIGER: Rein thematisch kann sich niemand mehr von der Masse abgrenzen. Das Abgrenzen wird bei einigen zum Selbstzweck mitunter nimmt das merkwürdige Formen an.

GRÖSSER: Es gibt diesen Hallen-Effekt, wenn die Häuser weit auseinander stehen, aber groß genug sind eine Art Dach zu bilden. Nicht gemütlich wie in Halle sondernd beinahe abweisend.

HISTORISCH: Man kommt keine par hundert Meter ohne auf ein stilles Werk der Erinnerung zu stoßen.

 

Auf den ersten Blick gehen die Bewohner keine Symbiose mit ihrer Stadt ein. Das ist freilich Unsinn, jede Stadt besteht aus beidem, aber jedem "Kleinstädter" erscheint eine moderne heterogene Großstadt nach Berliner Stil ersteinmal, wie ein kalter Haufen chaotischer Architekturideen. Die U-bahn ist schon eher ein ganzheitliches Berliner Ding. Mir war am Anfang nicht ganz klar warum mir das so erschien. Freilich das Bahnabteil ist ein Raum an dem sich Menschen näher kommen und wenigstens für einige Momente beisammen sind, aber das allein war es nicht. Mit einiger Sympathie für die Berliner selbst, kam mir der erhellende Perspektivenwechsel. Sie sind es die Berlin ausmachen. Banalerweise trifft das für jede Stadt zu, aber gerade der kontrast zur abweisenden Struktur der Innenstadt lässt den Eindruck einer gewissen Verbundenheit der Berliner erkennen.

Sie sind stolz auf ihre Stadt und genau genommen sind sie damit auf sich selbst stolz. Stolz Berliner, Hauptstädtler, Metropolenbewohner, global, dynamisch zu sein. Stolz darauf, dass die ganze Welt nach Berlin kommt und deutsche Geschichte betrachtet. Überhaupt ist eine Hauptstadt ja das Symbol, dass stellvertretend "Deutschheit" an sich erkennen lässt. "Deutsch ist, wie Berlin ist", mag einer sagen und genau gesehen stimmt das in mindestens einer Hinsicht.

 

Die Besucher kommen nach Berlin mit dem Wissen, dass es eine zentrale historische Bedeutung hat. Und Berlin weiß, dass die Besucher das wissen. Jeder Einzelne setzt sich mit der Wirkung auseinander die Berlin vermittelt, ich selbst tat das, wenngleich mit anderer Absicht. Die Stadt wirkt als würde sie sich zur Diskusion stellen. Vielleicht als würde Deutschland sich zur Diskusion stellen. Wir haben eine mitunter schreckliche Geschichte und wir werden sie nicht verstecken. Auch nicht versteckt wird der Prunk der Hohenzollern und ihrer Zeit. Letztendlich hat sich Berlin wieder für das Stadtschloss entschieden, wenn es auch Diskusionen darüber gab. Bei weitem nicht alle Besucher nehmen innerlich an dieser Diskusion teil, aber man sieht, geht man aufmerksam durch die Innentstadt, nicht selten Menschen, die wie überrascht dreinblicken. Überrascht über die Pracht, die Offenheit, die Art oder über einen Zusammenhang. Vielleicht rücken einige sogar ihr Deutschlandbild zurecht wenn sie einige Zeit in Berlin verbracht haben. Dann gehen sie oft neugieriger weiter als hätten sie die Reise ab diesem Moment nicht erwartet. Ich übertreibe wohl etwas, aber machen sie sich eines klar. In Berlin sind wichtigste Teile der Weltgeschichte des 20. Jahunderts geschehen. Im großen und ganzen blickt man auf den modernen Menschen und seine Geschichte zurück und könnte für Europa nur anhand von Berlin eine Episodenkette darstellen, die sehr umfassend ist. Diese Präsenz in Berlin wird vielen Besuchern irgendwann spürbar.

Wenn man dann einen Bus vorbei fahren sieht mit der Aufschrift "Europa ist hier" und eine Oma mit Dreadlocks die ein Fahradtaxi fährt und vergnügt dreinblickt, bekommt man ein Gefühl dafür WIE modern, wie dynamisch die Stadt tatsächlich ist. Die Welt scheint beschlossen zu haben, den Europäer der Moderne exemplarisch nach Berlin zu pflanzen und mit ihm dort zu experimentieren.

Entweder man nimmt die Stadt wie sie ist und macht sich seine eigenes Bild, z.B. wie ein typischer Geschichtsstudent, wie ich es getan habe, oder Berlin bleibt einem einfach merkwürdig, aber man kann wohl nicht darüber klagen, dass sie einem keine Palette an die Hand gäbe. 

 

In diesem Sinne: bleiben Sie dem Ganzen, bleiben Sie dem Leben treu!

 

Kategorie: Mensch und Umwelt
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